Ja, auch ich habe nichts zu verbergen... Menschen in Ländern mit repressiven Regimes können aber auch mit dem reinsten Gewissen 'etwas zu verbergen' haben. Natürlich lebe ich in der Schweiz, einem Rechtsstaat, und ich bin ja auch Optimist. Aber sehr viele unserer Datenspuren landen auf amerikanischen Servern von amerikanischen Unternehmen und wenn du nicht komplett den Kopf in den Sand gesteckt hast, dann hast du bestimmt gemerkt, dass es mit der amerikanischen Politik in den letzten Jahren nicht bergauf gegangen ist.

Datenschutz heisst auch, dass ich mich nicht zunehmend personalisierter Werbung und social profiling ohne Widerstand aussetzen möchte. Ich möchte mich an dem freuen, was ich habe und nicht ständig damit berieselt werden, was ich noch brauchen könnte. Datenschutz bzw. Datensparsamkeit bedeutet zwar leider nicht, weniger Werbung zu sehen, aber die Werbung ist weniger spezifisch auf mich zugeschnitten und das erleichtert es mir, sie besser zu ignorieren.

Machen wir uns keine Illusionen über Firmen wie Facebook: "Wenn du für etwas nichts bezahlst, bist du nicht der Kunde, sondern das Produkt, das verkauft wird." Du bezahlst immer: mit Geld, Werbung oder deinen Daten. Ersteres ist mir persönlich lieber.

 

Es gibt viele Messenger auf dem Markt mit sehr ähnlichem Funktionsumfang. Schaut man etwas genauer hin, werden aber grosse Unterschiede im Bereich Sicherheit und Datenschutz sichtbar.

Aktuell (Stand Januar 2021) stehen folgende etablierte Messenger zur Auswahl:

 

Threema ist eine Schweizer Firma mit Sitz in Pfäffikon. Der Messenger punktet mit einer sehr durchdachten Verschlüsselung. Threema bietet alle bekannten Funktionen wie Text-, Bild- und Sprachnachrichten, Gruppen, Verteilerlisten und es können sogar direkt in den Gruppenkonversationen Umfragen erstellt werden. Das kann in vielen Fällen einen zusätzlichen Doodle ersetzen. Dank Threema Web kann auch per Computer gechattet werden und die Multi-Device-Lösung ist angekündigt und kommt bald. threema.ch
 

Signal ist ebenfalls auf Datenschutz ausgelegt und betreffend Sicherheit eine solide Lösung. Durch die Nutzung von Cloud-Diensten wie AWS oder Google Cloud untersteht Signal jedoch der amerikanischen Rechtssprechung. signal.org

 

Telegram hat als einer der ersten Messenger Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angeboten und wird deshalb auch heute oft fälschlicherweise als sicher eingestuft. Standardmässig sind die Chats nicht verschlüsselt und für Gruppenchats ist eine Verschlüsselung gar nicht möglich. Bei der parallelen Nutzung von mehreren Geräten kann diese ebenfalls nicht genutzt werden.
 

WhatsApp gehört seit 2014 zum Facebook-Konzern. Während der Dienst anpreist, dass die Nachrichten Ende-zu-Ende verschlüsselt sind werden dennoch enorm viele (Meta)-Daten ausgewertet. Die neuen Nutzungsbedingungen, welche bis Februar 2021 akzeptiert werden müssen, können z.B. so ausgelegt werden, dass Facebook jederzeit auf den Standort des Nutzers zugreifen kann. Es muss davon ausgegangen werden, dass im grossen Stil ausgewertet wird, wer mit wem und wann kommuniziert. Zusammen mit all den Daten, die auf Facebook geteilt werden kann sich der Konzern somit ein erschreckend klares Bild seiner Nutzer machen. WhatsApp hat nie eine unabhängige Sicherheitsüberprüfung zugelassen und untersteht ebenfalls amerikanischer Rechtssprechung.
 

Aus diesen Gründen nutze ich ausschliesslich Threema und Signal. Meine Kontaktangaben findest du unter Kontakt.

 

Weiterführende Informationen:

Threema Vergleich: https://threema.ch/de/messenger-vergleich

Threema Sicherheits-Audit: https://threema.ch/de/blog/posts/audit-2020

Facebook ändert die Nutzungsbedingungen: https://thehackernews.com/2021/01/whatsapp-will-delete-your-account-if.html